Home / Non-English Resources / Deutsch / Umsetzung und Engagement

Umsetzung und Engagement

Umsetzung der zehn Prinzipien

Mit ihrem Beitritt zum Global Compact verpflichten sich Unternehmen, sich für die Umsetzung der zehn Prinzipien einzusetzen. Manche Firmen, kleinere wie große, sind jedoch unsicher im Hinblick auf die richtige Vorgehensweise. Die Umsetzung der Prinzipien ist als langfristiger Prozess einer kontinuierlichen Handlungs- und Leistungsverbesserung zu verstehen.

Besonders wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung der Global-Compact-Prinzipien sind zum Beispiel:

  • die Einsicht, dass die Prinzipien kein Beiwerk, sondern integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und Geschäftstätigkeit sind,
  • ein eindeutiges Bekenntnis seitens der Unternehmensleitung,
  • Informationen über das Engagement an Führungskräfte wie Angestellte, damit die zehn Prinzipien breiten Rückhalt im Unternehmen finden,
  • ein Unternehmensumfeld, das Kreativität und innovative Geschäftsideen fördert,
  • messbare Ziele und eine transparente Fortschrittsberichterstattung,
  • die Bereitschaft und die Fähigkeit, zu lernen und sich anzupassen,
  • der Wille, Maßnahmen in die Praxis umzusetzen, und
  • ein offener Umgang und Dialog mit den Anteilseignern des Unternehmens.

Der Global Compact stellt eine breite Palette von Ressourcen und Instrumenten zur Verfügung, mit deren Hilfe Unternehmen die von den Prinzipien behandelten Themen angehen können.

Die Umsetzung der zehn Prinzipien ist ein langfristiger Prozess, der nur mit der Bereitschaft zu kontinuierlicher organisatorischer Veränderung und Verbesserung zum Ziel führt. Den einen „richtigen“ Weg, die Prinzipien im Rahmen der Strategien und Abläufe eines Unternehmens umzusetzen, gibt es nicht. Tatsächlich können stets verschiedene Ansätze und Modelle hilfreich sein.

Der Global Compact empfiehlt, das Managementmodell des UN Global Compact zu nutzen. Dieses begleitet und leitet Unternehmen bei ihren Bemühungen, sich einer Nachhaltigkeitsstrategie auf der Basis des Global Compact und seiner Prinzipien offiziell zu verpflichten, eine Bewertung, Definition, Umsetzung und Messung vorzunehmen und über Fortschritte Bericht zu erstatten. Es ist ein einfaches und dennoch breit angelegtes, anpassungsfähiges Modell, das Unternehmen jeder Größenordnung bei organisatorischen Veränderungen auf dem Weg zu unternehmerischer Nachhaltigkeit Orientierung bietet. Besonders nützlich ist es für diejenigen, die die Tür zum Thema Nachhaltigkeit gerade erst aufgestoßen haben. Aber auch für erfahrenere Unternehmen hält es wertvolle Hinweise zu praktischer Führungsarbeit bereit.

Weitere Informationen über die Umsetzung der zehn Prinzipien finden Sie unter:

Weitere Möglichkeiten, sich zu engagieren

Der Global Compact bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich in Aktivitäten einzubringen, die den Nutzwert einer regelmäßigen Beteiligung noch erhöhen. Über die Kernbereiche hinaus bietet der Global Compact spezielle Arbeitsfelder sowie Management-Werkzeuge und -Ressourcen in den Themenbereichen Wirtschaft und Frieden, Finanzmärkte, Wirtschaft für Entwicklung und Partnerschaften zwischen UN und Wirtschaft. Lokale Netzwerke bieten Teilnehmern die Gelegenheit, sich vor Ort zu engagieren.

Weitere Informationen über Möglichkeiten, sich zu engagieren, finden Sie unter http://www.unglobalcompact.org/HowToParticipate/Engagement_Opportunities/index.html (auf Englisch).

Wirtschaft für Entwicklung

Die Unternehmen des Global Compact sind aufgerufen, mehr nach außen gerichtete Maßnahmen mit einer positiven Auswirkung auf die Gesellschaft zu ergreifen und so den allgemeinen Zielen und Themen der Vereinten Nationen dienen. Hierzu gehören Armutsbekämpfung, Gesundheit, Bildung, Ernährungssicherheit, Frieden, Migration und humanitäre Hilfe. Ein solches Engagement der Teilnehmer kann im Rahmen ihres Kerngeschäfts stattfinden, etwa in Form von Lobbyarbeit und politischem Engagement, wie auch bei allen Aktivitäten, die soziale Investitionen und philanthropische Maßnahmen zum Gegenstand haben. Jenseits der teilnehmerbezogenen Aufgaben unterstützt der Global Compact an zentraler Stelle das UN-System bei seiner Arbeit mit der Wirtschaft. Überall in den Vereinten Nationen gilt die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft zunehmend als praktikable und wirkungsvolle Methode, um globale und lokale Ziele voranzutreiben. Vielfach ermöglicht sie an der Basis entwickelte Lösungen, die großen Herausforderungen direkter begegnen. Dies gilt vor allem für globale Themen, zu denen ein Konsens noch gefunden werden muss, etwa mit Blick auf den Klimawandel oder Umweltprobleme, bei denen eine gescheiterte Ordnungspolitik alle anderen Hoffnungen auf Besserung zunichte macht.

Weitere Informationen über das zweite Ziel des Global Compact finden Sie unter http://www.unglobalcompact.org/Issues/partnerships/index.html (auf Englisch).

Lokale Netzwerke

Zu lokalen Netzwerken mit lockeren Koordinierungs- und Lenkungsstrukturen schließen sich Teilnehmer zusammen, die den Global Compact und seine Prinzipien in einem bestimmten geografischen Gebiet oder Branchenkontext unterstützen wollen. Lokale Netzwerke gewinnen zunehmend an Bedeutung: Zum einen verankern sie den Global Compact in unterschiedlichen nationalen, kulturellen und sprachlichen Zusammenhängen; zum anderen helfen sie, die organisatorischen Folgen seines schnellen Wachstums zu bewältigen.

Die Hauptaufgabe lokaler Netzwerke besteht darin, Unternehmen (lokale Firmen wie auch Töchter ausländischer Gesellschaften), die sich im Global Compact engagieren, in der Umsetzung der zehn Prinzipien zu unterstützen. Parallel dazu sollen Möglichkeiten für die Bildung von Partnerschaften mit verschiedenen Stakeholdern und gemeinsame Aktionen geschaffen werden. Zudem werden durch netzwerkeigene Aktivitäten und Veranstaltungen die Lernerfahrungen aller Teilnehmer vertieft und Maßnahmen zur Stärkung der allgemeinen UN-Ziele gefördert.

Im Rahmen des Global Compact sind lokale Netzwerke in 80 Ländern und Regionen entstanden: In Afrika, Amerika, Asien, Europa und im Nahen Osten gibt es mittlerweile 100 lokale Global Compact Netzwerke.

Weitere Informationen über lokale Netzwerke finden Sie unter http://www.unglobalcompact.org/NetworksAroundTheWorld/index.html (auf Englisch).
Kontakt zu den deutschsprachigen Netzwerken finden Sie unter „Weiterführende Links“.

Politikdialoge

Alljährlich veranstaltet der Global Compact Treffen und Workshops zu Themen der Globalisierung und nachhaltiger Unternehmensführung in aller Welt. Auf diesen Veranstaltungen kommen Unternehmen, UN-Organisationen, Arbeitnehmerverbände, Nichtregierungsorganisationen und andere Gruppen zusammen, um Lösungen für aktuelle Probleme zu erarbeiten.

Der Dialogprozess hilft, neue und sich abzeichnende Probleme zu erkennen, stärkt das Vertrauen und Miteinander der unterschiedlichen Stakeholder und erleichtert die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern.

Gemeinsames Lernen

Unternehmen sind aufgefordert, Beispiele und Erfahrungen aus ihrer eigenen Praxis mit dem Büro des Global Compact, mit lokalen Netzwerken und auf Treffen und in Workshops mit anderen Teilnehmern auszutauschen. Darüber hinaus sollen sie detaillierte Fallstudien und Analysen erarbeiten und für Lernaktivitäten im betrieblichen wie auch im wissenschaftlichen Kontext nutzen. Ein solcher Wissensaustausch wird durch lokale, regionale und internationale Lernveranstaltungen erleichtert.